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Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
#1 Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Vorweg: Hintergrund meiner Frage ist vor allem, möglichst objektiv zu beziffern, in welchem Kosten-Bereich Hauptwerk angesichts der weiter steigenden Preise von Digitalorgeln tatsächlich zur ernsthaften Konkurrenz für die verbliebenen Hersteller konventioneller Instrumente geworden ist. Ich frage auch, weil es dazu in den letzten drei Jahren keinen Thread gegeben zu haben scheint und meine Erfahrungen dazu noch viel älter sind.
Ich bedanke mich schon jetzt sehr für kurze Antworten; es geht mir um konkreten Bedarf und evtl. vorsichtige Kostenschätzungen.
Frage: Mit welcher Minimal-Ausstattung kann man als Laie heute ohne große Vorkenntnisse die Qualität einer 10 bis 15 Jahre alten Digital-Orgel mit Midiausgang deutlich verbessern?
Folgende Annahmen:
Fast jeder besitzt heute einen Laptop und dieser muss auch regelmäßig erneuert werden, so dass der PC-Preis NICHT als Anschaffung nur für die Orgel ins Gewicht fallen würde.
a) Laptop zwei Jahre alt (8 GB RAM und "noch Platz" auf der Festplatte) vorhanden als Standard-Situation
b) Neubeschaffung des günstigsten MacBook-Air (16GB, 256 GB, 2025) als angenommen "teuerste" Einsteigervariante
Was braucht man konkret ZUSÄTZLICH an Hardware zu Laptop und vorhandener Orgel (Adapter, Schnittstellen, Kabel)?
Was kostet heute ein ordentlicher Kopfhörer mit guter (aber nicht high-end-) Qualität?
Welche Software braucht man von Hauptwerk/Sweelinq (kein Abo)?
Gibt es aktuell noch eine größere Zahl "kostenfreier" Orgeln in guter Qualität, so dass man auch dort erst einmal kostenfrei unterwegs wäre?
Was habe ich vergessen?
#2 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
- Sweelinq gibt es nur im Abo
- du brauchst min. 16 GB
- MIDI-Interface
- 5-poliges Kabel für Orgel->MIDI-Interface
- externes Audio-Interface (hat oft MIDI)
- zwei gute Audio-Monitore
- Mit Minimal-Ausstattung und GrandOrgue starten, kostenfreie Samplesets z.B.
Friesach:
https://www.youtube.com/watch?v=Di2hMkMjVug
Giubiasco:
https://www.youtube.com/watch?v=CSnWvMFyZHg
Niederzwehren:
https://www.youtube.com/watch?v=jP4Dp8zR6jw
Minimalausstattung hört sich nicht nach Geld ausgeben an, daher die GrandOrgue-Empfehlung.
Hauptwerk kostet mit Dongle ca. 600 EUR. Für HW gibt es auch die Friesach und Giubiasco, aber nicht die Niederzwehren (der Hersteller hat was gegen Kommerz).
#3 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Vielen Dank für die Antwort und auch die PNs verschiedener User zum Thema.
Mir ging es hauptsächlich darum, mal ein konkretes Preisschild an die "Alternative Hauptwerk" zu machen, für diejenigen, die sich ein neues Komplett-Instrument angesichts stark gestiegener Preise nicht leisten können.
Absolute Minimal-Ausstattung wäre bei vorhandenem Laptop gemäß der mir vorliegenden Antworten dessen Upgrade auf 16 GB RAM und ein gutes Audio-Interface mit MIDI. Hinzu kämen noch Kabel und die Software Grand Orgue. Für roundabout 400 Euro könnte man unter Nutzung der Dinge, die man eh zuhause hat, plus einem einfachem Kopfhörer zusätzliche Register in eine vorhandene ältere Digitalorgel bringen und herausfinden, ob das so viel besser klingt.
Ohne zusätzliche Investition kann man damit auch die 14-tägige Testversion von Hauptwerk 9 herunterladen. Zu erwarten wäre, dass dies selbst in einem Billig-Kopfhörer besser klingen sollte als die vorhandene Orgel...
Danach kann man entscheiden, ob man mehr investieren möchte: 600 Euro für die aktuelle Version von Hauptwerk zusätzlich.
Klartext: Mit rund 1000 Euro kann man bei Hauptwerk mit kostenlosen Sets auf dem untersten Level einsteigen -- ohne jeglichen Komfort und nur über Kopfhörer wohlgemerkt. Nicht zu vergessen: Ein paar Stunden Zeit wird man auch mitbringen müssen.
Der verlockende Vorteil eines solchen Vorgehens ist aus meiner Sicht dabei, dass gerade diejenigen, die ihr Geld zusammenhalten müssen, danach priorisieren können, wo, wann sie konkret wie viel Geld wofür investieren wollen. Ob man also zunächst einen besseren Kopfhörer (ab 150 Euro aufwärts) kauft, ODER ein kostenpflichtiges Wunsch-Set ODER ein Tablet für die Steuerung ODER einen besseren Laptop ODER Lautsprecher (bzw. dank der vielfältigen Rückgabemöglichkeiten von thomann und Co. mehrere Optionen auch mal schnell testet). Die längerfristige Perspektive bleibt IMMER, dass man je nach Verfügbarkeit von Geld auch in kleinen finanziellen Schritten zu aktuellem Klang kommen könnte oder man irgendwann auch einen eigenen Rechner für Hauptwerk hinstellt.
Für einen Hoffrichter-Expander müsste man über 3000 Euro und für ein neues instrumente über 5000 Euro sofort am Stück ausgeben.
#4 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Soweit die Theorie. Die Empfehlung 16 GB ist genauso ein Minimum wie 4 GB für Win10. Wie viele wissen, lässt sich damit nicht viel machen. Die 16 GB lassen das eine oder andere kleine Örgelchen bis ca. 25 Register zu (je nach Einstellungen). Aber man will ja bei einem 35 Register-Sampleset nicht wieder aufrüsten müssen. Daher sollten es min. 32 GB sein. Damit ist man aber auch schnell am Ende, wenn es dann ein Sampleset mit 4-8 Kanälen sein soll. Das vervielfacht die Speicheranforderungen.
Was man an Speicher braucht, steht auf den Webseiten der Sampleset-Hersteller. Mit der Menge des Speichers korreliert auch die CPU-Leistung. Vereinfacht gesagt: Je mehr Daten im Speicher sind, desto mehr muss die CPU verarbeiten können - je nach Anzahl der aktiven Register und der Akustik. Man sollte von den geplanten Samplesets ausgehen und dazu passend die Hardware aussuchen. Eine Beratung bei Sakralorgelwelt.de ist auch nicht verkehrt.
#5 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Vielen Dank für die Ergänzung!!
Natürlich sollte sich jeder Anfänger soweit mit Hauptwerk beschäftigen, dass er oder sie wissen, dass man für größere Sets auch mehr PC-Leistung braucht! Und professionelle Beratung würde ich grundsätzlich auch immer empfehlen!
Wie im Eingangsposting geschrieben, ging es mir in diesem Thread "nur" darum, eine absolut minimale Ausstattung zu umreißen und ein wenig greifbar zu machen. Die eingangs beschriebene "Versuchsanordnung" setzte ja voraus, dass man einen günstigen Laptop schon im Haus hat und man diesen zunächst nur ein wenig aufrüstet und zusätzlich an die Orgel anschließt, ansonsten aber normal weiternutzt. Angenommen wurden Menschen, die vorhandene alte und vor allem kleine Studio, Gloria-Klassik oder Opus in gleicher Größenordnung besitzen und diese nach zehn/fünfzehn Jahren klanglich irgendwie "verbessern" wollen, ohne dafür 5000 Euro auf den Tisch lege zu müssen/können/wollen für ein komplett neues Instrument.
Also zum Beispiel jene, die jetzt durch die Johannus-Studio-Videos Lust auf "mehr Klang" bekommen, den aber nicht bezahlen wollen oder können. So jemand hat vor zwei Jahren vermutlich nur einen günstigen Laptop für den Hausgebrauch gekauft und denkt auch eher nicht an viermanualige Orgeln und riesige Abstrahlungen.
Die dahinter stehende Frage bleibt, was man tatsächlich konkret sparen kann bzw. welche Ausgaben man je nach Kassenlage strecken kann im Vergleich von 5500 Euro auf einmal für ein brandneues Instrument zahlen zu müssen. Wer zum Beispiel nach zwei weiteren Jahren eh den Laptop erneuern muss, könnte dann z.B. so kalkulieren: Ein einfacher Rechner kostet 500 Euro. Und dem Orgel-Budget rechnet man dann nur zu, was man drauflegt, um auch bei Hauptwerk eine passable Leistung zu bekommen. ...
Wenn an dieser Diskussion deutlich wird, dass man sich bei Hauptwerk die Teile einzeln nachkaufen bzw. einzeln nachträglich verbessern kann und dabei - bei bescheidenen Ansprüchen und nur für eine kleine Orgel wohlgemerkt!! - dabei auf jedem Schritt mit noch dreistelligen Euro-Beträgen auskommt und dafür aber jedes Mal "etwas mehr Klang" und "etwas mehr Orgel" bekommt, dann wäre aus meiner Sicht für diese angenommene Zielgruppe das Ziel schon erreicht.
Denn letztlich steht man im Zweifelsfall vor der Frage, entweder ein paar kleine Verbesserungen vornehmen zu können oder von diesen für weitre Jahre nur zu träumen.
#6 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Ich will mit einer Hauptwerk-Lösung nichts schön reden. Wenn der spätere PC (nach der hier beschriebenen preiswerten Lösung) alle Samplesets spielen können soll, dann kostet ein guter Selbstbau-PC(!) mit Audio-Interface über 2000 EUR. Zwei gute Audio-Monitore dazu +1500 EUR. Stimmig wird das ganze erst mit mindestens 4 Kanal.
Für die Rückkanäle kann man auch eine vorhandene Stereo/Surround-Anlage nutzen. Dann hat man noch kein Sampleset. Mit den kostenlosen Örgelchen wird man nicht ewig zufrieden sein (sonst kann man bei GrandOrgue bleiben!).
Rechnet man für den Anfang zwei größere Sets ein +1500 EUR. Und schon ist man bei 5000 EUR.
Machen wir uns nichts vor. Wenn neue Samplesets erscheinen und man hört die Demos auf contrebombarde.com (mehr als 49000 Aufnahmen!), dann kommt irgendwann der Zeitpunkt - "die muss ich haben!". Und das wird nicht das einzige mal bleiben. Ich weiß es :-))
Mein Rat: Preiswerte Lösung mit GrandOrgue. Für GO gibt es auch sehr schöne Samplesets. Das kann schon eine Weile Freude bereiten.
Gute Audio-Monitore können auch unabhängig von Hauptwerk zwischendurch gekauft werden. Das pusht die Klangausgabe nochmal entsprechend. Später dann eine zukunftsfähige, dedizierte Hauptwerk-Lösung, wenn interessante Samplesets gekauft werden sollen.
Einen Bürorechner würde ich dafür nicht nehmen, weil der PC auf Audio optimiert werden muss, wo einige Dienste deaktiviert und Hauptwerk auf Echtzeit optimiert werden muss (GO kann man übrigens auch in Echtzeit laufen lassen).
Sweelinq habe ich anfangs getestet. Das kann man sich auch mal ein paar Monate gönnen. Wenn man keinen Vergleich hat, dann klingt das auch gut. Es gibt ein paar Defizite bei der Räumlichkeit im Vergleich zu Hauptwerk, aber das hört man ohne Direkt-Vergleich nicht so einfach (bzw. erst als erfahrener Sampleset-Hörer).
#7 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Mit sehr viel Erfahrung rate ich von der "Minimalkonfiguration" (1000 Euro) und der "Maximal-Grundkonfiguration" ("für alle Samplesets" - 5000 Euro) für die allermeisten ergänzenden Anwender gaaaanz deutlich ab.
Die Gründe ....und dann unvermeidlichen Irrwege sind ellenlang - können aber gerne erfragt werden.
Herzliche Grüße
#8 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Vielen Dank auch für Eure Antworten. Ich kann zu allem sogar mit dem Kopf nicken. Trotzdem fühle ich mich ein wenig unverstanden. Die Ausgangsfrage war doch gewesen: Was machen Menschen, die sich all das überhaupt nicht leisten können?
Das mag Euch und mich persönlich nicht betreffen, aber nach allem, was ich beruflich bedingt zu Inflationsfolgen so recherchiere, ist aktuell das größte Problem, dass bis tief in die Mittelschicht die bisherigen finanziellen Spielräume kleiner geworden oder ganz verschwunden sind. Viele, die sich früher noch eine Opus oder Studio zusammensparen konnten, können sich nun eine Erneuerung derselben rein statistisch gesehen leider nicht mehr leisten. Auch eine volle Hauptwerk-Konfiguration oder ein Extra-PC für 2000 Euro sind für diese Menschen leider komplett unrealistisch.
Eine Minimal-Hauptwerk-Konfiguration für 1000 Euro kann natürlich nur eine vielleicht 50-prozentige Lösung sein. Aber für nicht wenige Menschen dürfte sie die einzige Chance sein, in den nächsten Jahre überhaupt noch zu einem etwas besseren Orgelklang zu kommen als den, den sie besitzen. Verbunden mit der Hoffnung, sich im Laufe der Zeit durch weitere Hardware-Zukäufe die Qualität noch etwas steigern zu können. Z.B. wenn der Nachbar seinen Gamer-PC entsorgt usw..
Aber ich lese gern auch Eure Vorschläge: Was sollen diejenigen machen, die schon 1000 Euro nur durch Verzicht an anderer Stelle zusammensparen können und realistisch anschließend über ein Jahr gesehen vielleicht noch einmal 600 Euro investieren könnten? Eure Anworten bisher klangen für mich ein wenig danach, dass diejenigen sich mit dem schlechten Klang ihrer alten Orgel halt einfach abfinden müssen.
Ich würde es nach wie vor toll finden, wenn die Schwarmintelligenz (vor allem, weil in diesem Forum Hauptwerkler und Digitalorgelbesitzer vereint sind) ein paar Ideen für Menschen mit ganz wenig Geld zusammen tragen würde, wie insbesondere Besitzer älterer midi-fähiger Orgeln wieder eine realistische Perspektive auf besseren Klang bekommen könnten.
(Nur als Hintergrund, falls nicht mehr erinnerlich: Vor vielen Jahren hatten ein HW-User und ich nach langem Streit im Forum gemeinsam definiert, was man damals brauchte um Hauptwerk wirklich richtig nutzen zu können. Der Preis war am Ende fünfstellig, ich meine zwischen 12 und 15.000 Euro. Für mich waren die damals nötigen PC-Kenntnisse der Haupt-Hinderungsgrund - und dass ich damals für deutlich weniger Geld meine Traumorgel kaufen konnte. )
#9 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Die meisten kennen das oft gültige Prinzip, dass die letzten 20% einer Optimierung ineffiziente ca. 80% der Kosten verschlingen.
Weniger geläufig, aber ebenso wichtig, ist die "negative Pareto-Regel", dass
20% z.B. einer ungeeigneten Technik 80% der Bugs, des Ärgers und der Verzweiflung 😉🙈 😠 bewirken können.
Aus diesem Erfahrungshintergrund liegt die vernünftige Investition für eine Hauptwerk- Ergänzung für viele zur Zeit irgendwo
ZWISCHEN 1000 Euro
(Minimalkonfiguration)
und 5000 Euro (Maximal-Grundkonfiguration "für alle", auch riesige, Samplesets).
Minimale Basteleien bewirken oft überwiegend Ärger, Frust, 💣 Bugs, schlechten Klang, Zeitverlust 🥱😫 und jede Menge Probleme...
.. das Maximale ist für viele zu speziell, unnötig, teuer, ineffizient ....und führt zu vorher nicht bekannten und bedachten enormen Folge- und Wertverlust-Kosten.
Das Optimum für den speziellen Einzelnen kann in klanglicher Vorführung 🎶 und nüchternen Bedarfs-"Wunsch"- Gesprächen 🍀 mit Erfahrenen herausgefunden werden.
Viele Grüße ,🙋♂️
#10 RE: Minimal-Ausstattung für Hauptwerk/Sweelinq
Vielen Dank auch für diese Ergänzung.
Wenn es irgendwie leistbar ist, sollte man natürlich möglichst nur solche Komponenten verwenden, die aufwärtskompatibel sind. Das Audio-Midi-Interface zum Beispiel. Wer nicht anders kann, wird dagegen zunächst seinen vorhandenen PC verwenden müssen mit der Perspektive, in absehbarer Zeit dort weiter zu investieren.
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